Nach kurzer Begrüßung vom Kreisvorsitzenden  Matthias Mende, entschuldigt hatten sich die Ortsvereine Gailingen, Reichenau und Rielasingen–Worblingen, Radolfzell,  gab Herr Gerd Stiefel- Leitender Kriminaldirektor des Präsidiums Konstanz – einen Überblick über das Polizeipräsidium Konstanz und der jetzigen Polizeistruktur nach der erfolgten Polizeireform Baden-Württembergs. 

Unterstellt sind dem  Polizei-Präsidium Konstanz die Landkreise: Konstanz, Ravensburg, Sigmaringen und der Bodenseekreis mit knapp 900.000 Einwohnern. 1.745 Polizeibeamte leisten in diesem Gebiet ihren Dienst. 

Ein wichtiger Punkt war die vor einigen Jahren erfolgte  Änderung der Einsatzkonzeption. Statt dem bisher dezentralen Konzept werden die Einsätze jetzt zentral über das Lagezentrum des Präsidiums in Konstanz geleitet. 

Höchste Priorität hat der Sicherheitsaspekt. Demonstriert wurde der jetzige Ausrüstungs-Standard in den Polizeifahrzeugen für Gefahrenlagen.  Der  Amoklauf  2009 in  Winnenden  hat  Spuren hinterlassen.  

Weitere ausführliche Informationen beinhalten das damalige taktische Vorgehen der Polizei anlässlich des tödlichen Schusswechsels Ende Juli dieses Jahres im Industriegebiet Konstanz. Die schwierige und gefährliche Aufgabe der unter eigener Lebensgefahr agierenden Polizeibeamten wurde den Anwesenden vor Augen geführt. 

Mit dem Flugzeug-Absturz vor der Insel Mainau wurde kurze Zeit später ein weiteres größeres Schadensereignis bearbeitet. Hierbei wurde von Polizeiseite auf die gut funktionierende Zusammenarbeit  der beim Einsatz mit der beteiligten Konstanzer Feuerwehr und dem DLRG hingewiesen. Diese konnte von M. Mende als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz generell bestätigt werden. 

Nach kurzer Pause gab es für die Freien Wähler einen weiteren Höhepunkt mit der Besichtigung des Lagezentrums. Das Lagezentrum, gesichert durch zwei selbstständig schließende Tür-Schleusen, ist das Herzstück des Präsidiums und im Regelfall für Außenstehende Tabu-Zone. Im Lagezentrum laufen sämtliche Notrufe aus den genannten Landkreisen ein und werden dann an die einzelnen Dienststellen zur Einsatzübernahme  weitergeleitet. Täglich kommen 450 bis 500 Notrufe in der Einsatzzentrale an. 2016 lösten die Notrufe über 167.000 (!) Einsätze aller Art aus. Für größere Schadenereignisse ist im Lagezentrum ein technisch hoch ausgerüsteter Sitzungssaal zur Einsatz-Stabsführung vorhanden. In diesem Raum gab es hierzu für die Freien Wähler weitere interessante Informationen.

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit Abspielen eines Videofilmes über das Eingehen eines telefonisch gemeldeten Verkehrsunfalles und das Auslösen der dann folgenden Einsatzaktivitäten.

Das Fazit:

Ein Blick hinter die Kulissen des Polizeiapparates ist nur sehr selten möglich und deshalb wurde der erfolgte Besuch von den anwesenden Freien Wählern als hoch interessant und äußerst informativ gewertet. Das Frageinteresse an die anwesenden Polizeibeamten war sehr groß, infolge  wurde die vorgesehene Besuchszeit deutlich überzogen.  Aussage eines Teilnehmers: „ so spannend habe ich mir den Abend nicht vorgestellt…“

 gez. Matthias Mende


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